Sozialdemokratisches Urgestein Hennes Wagner legt Mandat im Ortsbeirat nieder

Seit 1972 sitzt der Sozialdemokrat Hans Wagner mit einigen Unterbrechungen im Allendorfer Ortsbeirat oder in der Gießener Stadtverordnetenversammlung, der er mit fünfmonatigen Unterbrechung von 1985 bis 1993 angehörte. Zuletzt war Wagner, der in Allendorf/Lahn liebevoll „Hennes“ genannt, wird Alterspräsident des Ortsbeirats, zuvor von 1997 bis 2016 SPD-Fraktionsvorsitzender. Aber am 30. September ist damit Schluss. Der 78-jährige Hans Wagner legt aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat im Ortsbeirat nieder. Er wird aber weiterhin Allendorfs Ortsgerichtsvorsteher sowie Beisitzer im Vorstand des SPD-Ortsvereins bleiben. „Wegen Willy Brandt bin ich einst in die SPD eingetreten und habe es nie bereut. Davon haben mich auch nie Wahlniederlagen – so wie auch die jüngste Schlappe bei der Bundestagswahl – nie abgebracht“, stellt Wagner stolz fest. Auf der Homepage der örtlichen Sozialdemokraten (www.spd-allendorf-lahn.de) kann man nachlesen, dass Hans Wagner mit 33 Jahren und vier Monaten der dienstälteste Nachkriegspolitiker Allendorfs ist. Im vergangenen Jahr hatte er den bisherigen „Rekord“ von Erhard Hoffmann eingestellt. Ortsvorsteher Thomas Euler führt hier genau Buch und er bedauert sehr, dass sein väterlicher Freund Hennes nun aufhört, aber die Gesundheit geht klar vor. „Hennes und ich sind seit vielen Jahren ein gutes Gespann. Er hat Herz und Ohr bei den Menschen und ihren Sorgen. Gemeinsam suchen wir dann nach Lösungen.“ Als Hennes Wagner 1989 in die Stadtverordnetenversammlung nachrückte, machte er Platz für den damals 25jährigen Thomas Euler im Allendorfer Ortsbeirat. Damit sorgte er für dessen politischen Karrierestart. „Zweifelsohne war 1985 Hans Wagner für mich einer der Gründe vor Ort, Sozialdemokrat zu werden“, berichtet Euler, der seit vielen Jahren des SPD-Ortsverein in Gießen-Allendorf führt. Auch Wagners Nachfolger als Fraktionsvorsitzender, Tobias Blöcher, zollt seinem Vorgänger Hans Wagner großen Respekt vor dessen politischer Lebensleistung: „Hennes hat große Fußstapfen hinterlassen, aber mich bei meinem Amt immer unterstützt.“ Für sein langjähriges Engagement wurde der „Stadtälteste“ Hans Wagner mit dem Bundesverdienstkreuz und mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Aber auch etliche weitere Auszeichnungen hat der Kommunalpolitiker, Ortsgerichtsvorsteher, Gewerkschaftler, Naturschützer, Heimbeiratsvorsitzende, Fußballer, Vereinsmeier, Familienmensch und Menschenfreund Wagner zu Hause, eben ein „Hans Dampf in allen Gassen“. Durch die Mandatsniederlegung im Ortsbeirat tritt er nun ein paar Schritte kürzer. „Ich bleibe ein politischer Mensch und ein überzeugter Sozialdemokrat, und ich werde weiterhin helfen, wo immer ich kann“, kündigt Wagner an. Dennoch reißt er eine große Lücke. Christian Schneider wird in den Ortsbeirat nachrücken. Der 27-jährige gelernte Bänker ist Gitarrist der Gießener Band „Lebendig“ und seit einigen Jahren als Vorstandsmitglied der Allendorfer SPD aktiv. Sein Urgroßvater Ludwig Stengel war schon für die Sozialdemokraten von 1961 bis 1964 Gemeinderatsmitglied in Allendorf/Lahn.