Sozialdemokraten ergreifen die Initiative für die Vorbereitungen der 1250-Jahrfeier im Jahr 2024

1990 wurde das ganze Jahr über die 1200ste Jubiläum der Ersterwähnung von Allendorf/Lahn gefeiert und ein umfassendes Buch über die Geschichte herausgegeben. Seinerzeit ging man aufgrund der damaligen Forschungslage davon aus, dass Allendorf/Lahn als „Aldendortph im Logenehe“ im Lorscher Codex am 27. Februar 790 erstmals erwähnt wurde. Deshalb begannen im Jahr 2013 bereits damit, die Vorbereitungen für eine 1225-Jahrfeier im Jahr 2015. Auch damals sollte die Freiherr-vom-Stein-Plakette beantragt werden. Im Antragsverfahren teilte das Staatsarchiv Darmstadt jedoch die neuesten Forschungsergebnisse mit. Danach ist Allendorf/Lahn 16 Jahre älter, denn in einer Schenkungsurkunde vom 8. Mai 774 wird ebenfalls ein „Aldendorph“ erwähnt, dass sich wohl zweifelfrei auf unser Allendorf/Lahn bezieht. Damit ist der Stadtteil Allendorf/Lahn die älteste heute noch existierende Siedlung auf Gießener Stadtgebiet. Natürlich ist Allendorf noch viel älter denn „Aldendorph“ bedeutet so viel wie „altes Dorf“. Aber gefeiert wird in der Tat die urkundliche Ersterwähnung. Kurzerhand wurde damals zwar eine 1225-Jahrfeier abgesagt, stattdessen aber im Jahr 2015 – quasi 25 Jahre nach der 1200-Jahrfeier – ein großer Wanderevent mit über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem damals eingeweihten Allendorfer Rundwanderweg und mit einer finalen Abschlussveranstaltung auf dem Allendorfer Aussichtsgipfel durchgeführt.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2021 und haben noch drei Jahre Zeit, die 1250-Jahrfeier für 2024 zu organisieren. Das sollte auch beginnen, sobald es die pandemische Lage zulässt. 

Deshalb hat jetzt die SPD-Fraktion einen Antrag in den Ortsbeirat eingebracht, der von dem Fraktionsvorsitzenden Tobias Blöcher und vom Ortsvorsteher Thomas Euler am 19. Mai 2021 vorgestellt wurde. Zuvor wurde die Vereinsgemeinschaft Allendorf/Lahn informiert. 

Der Antrag hat folgenden Wortlaut:

Der Ortsbeirat möge beschließen:
            A.   Der Ortsvorsteher wird beauftragt, zur Vorbereitung des Jubiläums anlässlich des Jahres der 1250sten Ersterwähnung im Jahr 2024 – sobald es die pandemische Situation zulässt – ein Komitee zu bilden, dass sich mit der Vorbereitung des Jubiläums befasst. Hierzu soll unterschieden werden zwischen

-       einer Arbeitsgruppe, die sich rechtzeitig mit einer Publikation befasst

-       einer Arbeitsgruppe, die die eigentliche Festlichkeit organisiert.

Die Arbeitsgruppen sollte aus Mitgliedern des Ortsbeirates, der Vereinsgemeinschaft sowie interessierten oder fachkundigen Bürgerinnen und Bürgern bestehen.

B.   Der Magistrat wird gebeten,

  1. beim Land Hessen zum Jubiläum die Freiherr-vom-Stein-Plakette für Allendorf/Lahn zu beantragen,
  2. rechtzeitig ausreichend Mittel im Haushalt für eine Publikation und die Feierlichkeiten vorzusehen,
  3. und die unter A genannten Arbeitsgruppen zu unterstützen
  4. sich um eine angemessene Schirmherrschaft bemühen,
  5. und einen Gedenkbaum mit Bank im Erinnerungswäldchen zu pflanzen.

Der Antrag wird wie folgt begründet:  

Zu A.:

Mit Ortsvorsteher Euler, der bereits am Buch und an der Festorganisation 1990 mitwirkte, haben wir einen geschichtsorientierten Bürger mit Organisationstalent. Dieser sollte hier federführend initiativ werden.

Ein Komitee sollte alsbald gebildet werden, damit entschieden wird

  • ob und wann und in welchem Umfang eine Publikation geschaffen wird und inwieweit es sich um eine Fortschreibung des umfassenden Buches zur 1200-Jahrfeier handeln soll,
  • ob und in welchem Umfang am Jahrestag selbst – am 8. Mai 2024 – ein Festakt stattfinden soll,
  • ob und wie das zentrale Fest als solches unter Mitwirkung aller Vereine ausgerichtet werden soll (z.B. Wiederholung eines Wanderevents mit großer Abschlussfeier),
  • ob sämtlichen Vereinsfeierlichkeiten in diesem Jahr unter dem Motto des Jubiläums stehen sollen.

 

Zu B:

Die Stadt Gießen soll das Jubiläum ihrer ältesten heute noch existierenden Siedlung finanziell und ideell unterstützen. Dazu gehört eine Landesehrung des Ortes, die Bereitstellung von Finanzmitteln, ein Gedenkbaum (wie beim Kleinlindener Jubiläum idealerweise eine Eiche) und sonstige personelle wie ideelle Unterstützung.