Die SPD trauert um Hans Wagner

Hans Wagner ist tot. Allendorf/Lahn verliert mit Hans Wagner einen seiner größten Söhne, denn er hat sich außerordentlich verdient gemacht um Allendorf/Lahn und seine Vereine und Menschen.

Hans Wagner, im Dorf und auch über die Ortsgrenzen hinaus liebevoll „Hennes“ genannt, widmete sein Leben den Menschen, denen es nicht so gut ging; vor allem den armen, den kranken, den schwachen und den alten Menschen. Er war ein guter Zuhörer und ein Anpacker. Er wirkte vielseitig und war eben ein wirklicher „Hans Dampf in allen Gassen“. Es ist kaum vorzustellen, dass er nicht mehr da ist.

Obwohl er schon 80 Jahre alt war, wurde er nicht müde, denn ihm lag viel an den Menschen. Bis zuletzt half er, wo er konnte. Und er fehlt uns, der SPD, Allendorf/Lahn, Gießen, den Allendorfer Vereinen, den Arbeitnehmern und den Menschen, denen er unermüdlich half. Er starb am 9. Mai 2019. Zwei Tage zuvor wurde er durch einen heftigen Schlaganfall mitten aus der Arbeit gerissen, denn er saß bei der Arbeiterwohlfahrt im Tannenweg am Schreibtisch, wo er sich als Heimbeiratsvorsitzender um alte Mitbürgerinnen und Mitbürger kümmerte.

Hans Wagner wurde am 10. Dezember 1938 in Allendorf/Lahn geboren. Er besuchte die Allendorfer Volksschule von 1945 bis 1953 und machte eine Lehre als Heizungs- und Lüftungsbauer bei Keßler & Luch in Gießen. Nach der Lehre war er auf Montage im ganzen Bundesgebiet, zunächst als Monteur, dann als Obermonteur, später (1968) als Richtmeister und (1972) als Montageinspektor. Ab 1978 war er freigestellter Betriebsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender für ca. 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und seit 1992 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. 1998 schied Hans Wagner nach über 45 Jahren aus dem Arbeitsleben aus, befand sich aber fortan im „Unruhestand“, denn vielfältig waren seine Aktivitäten.

Wegen der Ostpolitik von Willy Brandt ist Hans Wagner 1970 in die SPD eingetreten und war bis zu seinem Tod Beisitzer im Ortsvereinsvorstand des SPD-Ortsvereins Gießen-Allendorf/Lahn.

Vom 1. November 1972 bis zum 31. Dezember 1976, vom 1. April 1989 bis zum 31. August 1989, vom 1. April 1993 bis zum 12. Juli 1994 und vom 1. April 1997 bis zum 30. September 2017 war er Ortsbeiratsmitglied in Gießen-Allendorf/Lahn, davon von 1997 bis 2016 SPD-Fraktionsvorsitzender. Er war Sozialdemokrat durch und durch.

Vom 17. Dezember 1985 bis 31. März 1989 und vom 11. Mai 1989 bis zum 31. März 1993 war er Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung von Gießen.

Für sein Engagement in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wurde Hans Wagner mit der „Willy-Brandt-Medaille“ ausgezeichnet, für sein kommunalpolitisches Engagement in den städtischen kommunalen Gremien von der Stadt Gießen mit der Bronzenen und Silbernen Ehrenplakette, mit der Goldenen Ehrennadel und mit dem Ehrentitel „Stadtältester“.

Als Mandatsträger wusste er um die Sorgen und Nöte seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger und half ihnen durch entsprechende Initiativen im Ortsbeirat und in der Stadtverordnetenversammlung. Dafür sind wir ihm und sind ihm alle Menschen, denen er geholfen hat, dankbar.

Von 1982 bis 2000 war Hans Wagner ehrenamtlicher Richter an den Landesarbeitsgerichten Gießen und Frankfurt/Main.

Seit 1953 gehörte er der IG Metall an und war von 1985 bis 1997 Vorstandsmitglied im Bezirk Gießen, von 1980 bis 1992 Handwerksausschussvorsitzender und Bezirkshandwerksausschussvorsitzender, von 1978 bis 1998 Mitglied der Tarifkommission und von 1983 bis 1998 Mitglied der kleinen Verhandlungskommission.

Für die Arbeitnehmerseite war er von 1988 bis 1993 Mitglied im AOK-Vorstand Gießen.

Seit 1953 war Hennes Wagner Mitglied des Turn- und Sportverein 05 Allendorf/Lahn e.V., viele Jahre Vorstandsmitglied sowie von 1975 bis 1986 und von 1988 bis 1990 Spartenleiter „Fußball“ und „Alte Herren“. Viele Jahre war er auch selbst aktiver Fußballer. Für besondere Verdienste um den Fußball wurde er mit der „Allendorfer Münze“ und mit der Bronzenen Ehrennadel des Hessischen Fußballverbandes ausgezeichnet. Als Fußballer war er auch Gründer und Mitglied der Freunde und Förderer des Fußballsports in Allendorf/Lahn e.V., davon seit 1989 Vorstandsmitglied, 1989 bis 1999 Vorsitzender und seither Ehrenvorsitzender.

Hans Wagner ist seit 1953 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Allendorf/Lahn, war 10 Jahre in der Einsatzabteilung, zuletzt im Range eines Oberfeuerwehrmannes.

Die Vogel- und Naturschutzgruppe im NABU Gießen-Allendorf hat er 1979 mitgegründet und war von 1986 bis 1992 Vogelschutzbeauftragter.

Auch gehörte er dem Männergesangverein 1881 „Einheit“ Allendorf/Lahn an und sang sogar 6 Jahre aktiv mit.

Seit 1963 gehörte er auch dem Musikverein 1963 Allendorf/Lahn (früher Fanfarenzug) an und wirkte mehrfach als Versammlungsleiter.

Er gehörte auch noch weiteren Vereinen an, stellvertretend seien hier die Arbeiterwohlfahrt (Stadtkreis Gießen), der Deutsch-Tschechische Freundeskreis, der Geflügelzüchterverein und der örtliche Skatverein genannt

Von 2002 bis zu seinem Tod war er Ortsgerichtsvorsteher des Ortsgerichtsbezirkes Gießen II (Allendorf) und auch in diesem Zusammenhang war er sehr hilfreich bei Beglaubigungen, Beurkundungen, Beratungen und Hausschätzungen.  

Auch kümmerte er sich in diesem Rahmen um alte pflegebedürftige Menschen und übernahm eine Pflegschaft.

Für sein breites Wirken in Politik, Gewerkschaft, Umweltschutz, Sozialbereich und Sport wurde er 2004 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hans Wagner legte im September 2017 sein Mandat im Ortsbeirat nieder. Damit endete sein über 33jähiges kommunalpolitisches Wirken für sein Heimatdorf und ist der dienstälteste Kommunalpolitiker Allendorfs nach dem 2. Weltkrieg.

Sein Engagement im Ortsgericht, bei der Arbeiterwohlfahrt, in der Allendorfer SPD und für die Menschen ging auch nach der Mandatsniederlegung unvermindert weiter.

Ihm machte es Freude, Menschen zu helfen. Deshalb genießt er ein sehr hohes Ansehen und hatte er sehr viele Freunde.

Die werden ihn alle vermissen: Hennes, den Kommunalpolitiker, den Ortsgerichtsvorsteher, den Sozialdemokraten und Gewerkschaftler, den Naturschützer, den Heimbeiratsvorsitzenden, den Fußballer, den Vereinsmeier (im positiven Sinne), den Familienmenschen und den Menschenfreund.

Er liebte seine Frau und seine Familie und war stolz auf sie.

Unsere Gedanken sind bei seiner lieben Frau Brigitte und seinen Töchtern und deren Familien.

Hans Wagner hat eine große Lücke gerissen, denn er hatte noch Pläne und vor allem Spaß am Leben. Wir werden ihn niemals vergessen.