Allendorfer Sozialdemokraten fordern Informationen zur GRÜNEN-Initiative "Interkommunales Gewerbegebiet" bei Allendorf/Lahn

Als Ortsvorsteher Thomas Euler am Samstag aus der Zeitung erfuhr, dass „die Gießener Grünen (…) bei der Erstellung ihres Kommunalwahlprogrammes als Ersatz für die weitere Gewerbeflächen in Lützellinden (…) zehn Hektar am Bahndamm (…) bei Allendorf und Dutenhofen ins Gespräch gebracht haben“, ärgerte er sich darüber; nicht -  dass er wohlmöglich grundsätzlich dagegen oder dafür sei - , sondern vielmehr darüber, dass man im Vorfeld keine Gespräche mit den Allendorfern gesucht habe. Dabei hatte - wie zu erfahren war - Gießens GRÜNEN-Fraktionschef Klaus-Dieter Grothe, bereits mit E-Mail vom 17. August 2020 an die BI Lützellinden von dieser Initiative berichtet.

Euler begrüßt, dass das Gewerbegebiet Lützellinden nicht mehr erweitert wird und sich SPD, GRÜNE und Freie Wähler dagegen aussprechen. Das Projekt ist nicht zuletzt daran gescheitert, weil es hier Kommunikationspannen gab. Die Lützellindener erfuhren nämlich nur durch angetragene Grundstücksankäufe von dem Ansinnen, das Gewerbegebiet zu erweitern; gesprochen hatte mit dem Ortsbeirat vorher auch niemand.

Damit solche Kommunikationspannen sich nicht wiederholen hat der SPD-Ortsverein Gießen-Allendorf/Lahn nun beschlossen, über seine Fraktion im Ortsbeirat einen Berichtsantrag zu dem in Rede stehenden interkommunalen Gewerbegebiet bei Allendorf/Lahn zu stellen, damit man auf sachlicher und fachlicher Ebene Informationen austauscht und sich erst danach eine Meinung bildet. "Es ist aber viel zu früh und die Informationslage ist zurzeit viel zu dünn, um eine Position des Allendorfer Ortsbeirates festzulegen", heißt es in der Antragsbegründung des Fraktionsvorsitzenden Tobias Blöcher. Klar ist jetzt schon, dass jedes Gewerbegebiet zu  Belastungen führen wird, sei es nur rein optisch, oder sei es in klimatischer, ökologischer oder in verkehrlicher Hinsicht. Klar ist aber auch, dass für die Bedürfnisse und Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an ihre Stadt auch Einnahmen  (durch Gewerbesteuer)erzielt und Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Hier ist ein Abwägungsprozess erforderlich. Mit diesem soll nun über diesen Berichtsantrag begonnen werden.

Hierzu möchte die örtliche SPD über den Ortsbeirat einen umfangreichen Fragenkatalog an den Magistrat richten.

Unter anderem möchte man auch wissen, ob es ein Verkehrskonzept für diese Planungen gibt, damit die Andienung dieses Gewerbegebietes nicht noch zusätzlich durch die bereits jetzt schon gebeutelte Ortsdurchfahrt von Allendorf/Lahn erfolgt.

Wichtig ist den Genossen auch, dass dann die vom Ortsbeirat vor einiger Zeit beschlossenen verkehrspolitischen Forderungen hinsichtlich der Landesstraße L 3451 (Wetzlarer Straße) in diesem Zusammenhang realisiert werden. Bei den Forderungen handelt es sich um

  • die Entschärfung der Einmündung der Kreisstraße K 21 (Kleebachstraße) in die Landesstraße L 3451 (Wetzlarer Straße) – ggf. mit Kreisverkehrsplatz oder Ampelsteuerung
  • die Schaffung einer sicheren Querungsmöglichkeit für Radfahrer/innen und Fußgänger/innen über die Landesstraße L 3451
  • die Anbindung eines Radweges an den „Eisernen Steg“ (= Brücke über Bundesstraße B 49 und Eisenbahnlinien in der Höhe des Dutenhofener Sees)
  • die Wiedererrichtung einer Bushaltestelle der Linie 11 (Gießen – Wetzlar) als Ersatz für die im Jahr 2014 entfallene Haltestelle „Mühle“